Wohnungsbau: Günstig geht auch energieeffizient

Stefan Demske, CR Energy
Stefan Demske / Bild: CR Energy
Rund 70 Prozent der deutschen Mieter und Mieterinnen wünschen sich Wohneigentum. Nahe der großen Stadt, mit einem eigenen Garten, gut angebunden in der eigenen Immobilie wohnen - das ist weiterhin die gängige Wunschvorstellung vieler, die ein Eigenheim suchen. Gestiegene Zinsen, teurer Grund und Boden, durch die Decke gehende Baukosten sowie die offenen Fragen rund um energetische Gesichtspunkte lassen diesen Traum doch schnell zerplatzen. Die Preise bleiben wohl auch hoch, wenn sich nicht etwas Grundlegendes ändert - allein schon deshalb, weil nicht genug neuer Wohnraum geschaffen wird.

Wohnungsmarkt in Not: Hohe Nachfrage trifft auf knappes Angebot

Jüngste Studienergebnisse zum hiesigen Wohnimmobilienmarkt zeigen ein ernüchterndes Bild: Laut Berechnungen des ifo Instituts wurden im Jahr 2023 nur rund 245.000 Wohnungen in Deutschland gebaut. Für das laufende Jahr rechnet das Institut sogar nur noch mit 210.000 neuen Wohnungen und für 2025 mit mageren 175.000 Neubauten im Wohnsegment. Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage wird demnach immer größer. Hinzu kommt, dass die regulatorischen Anforderungen an energetische Standards bei Immobilien immer stärker steigen – auch weil klassische, fossile Energieträger endlich sind. Schon allein aus Kostengründen und der langfristigen sicheren Planung wegen sind erneuerbare Energien für den Nutzer attraktiv, ganz zu schweigen von den positiven Effekten auf die Umwelt durch den reduzierten CO2-Ausstoß. Durch erneuerbare Energien, z. B. Solarenergie, können Hauseigentümer oder Mieter einen Teil ihres Energiebedarfs mittlerweile selbst abdecken. Die Zukunft liegt also im energieeffizienten Bauen, was meistens den Ruf hat im Bau unbezahlbar zu sein. Doch das stimmt nicht so ganz – denn auch moderner, CO2-sparender Wohnungsbau kann kosteneffizient funktionieren. Dafür müssten kluge, pragmatische Lösungen her.

Innovative Lösungsanbieter braucht der Markt

Eine Lösungskomponente ist das serielle Bauen. Viele verbinden damit einen mausgrauen, unattraktiven Baustil. Dem ist nicht so. Denn auch Häuser im seriellen Stil können optisch ansprechend sein und den ästhetischen Standards der aktuellen Zeit entsprechen. Standardisieren spart, Extrawünsche machen es teuer. Auf einem Baufeld 50 bis 80 Einheiten einheitlich zu bauen, spart enorm. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Anforderungen der Neueigentümer sehr stark ähneln. Wenn es der Geldbeutel noch hergibt, können Anpassungen dann nach Übergabe eigenständig erfolgen. Bei einer optimierten Planung können so auch Bauprojekte in attraktiver Stadtrandlage umgesetzt werden. Entscheidend sind die Ortskenntnisse in der Region. Denn nur, wer sich vor Ort bestens mit den Marktgegebenheiten auskennt, kann günstig einkaufen. Dadurch, dass das serielle Bauen nach dem Prinzip eines Baukastensystems erfolgt, können massiv Kosten und Zeit gespart werden. Wird nun das gesamte Know-how aus den genannten Bereichen Grundstückseinkauf, serielles Bauen, erneuerbare Energie- und Dämmungskonzepte zusammen mit der Gesamtfinanzierung der Projekte aus einer Hand angeboten, spart dies noch einmal zusätzlich Kosten. Denn es werden Zwischenhändler mit ihren zusätzlichen Margen übersprungen. Solche All-in-one-Lösungen können dann die Gesamtkosten signifikant drücken und eine moderne, energieeffiziente Immobilie bis zu 20 Prozent unter den marktüblichen Preisen anbieten. Das geht aber nur, wenn man auch bereit ist, neue Ideen mutig voranzubringen. Vor allem im Bereich erneuerbare Energien. Denn intelligente Konzepte für energiesparendes Wohnen können Baukosten senken und gleichzeitig eine kostengünstige Energieversorgung sicherstellen.

Energieerzeugung neu denken – auch ohne Wärmepumpe & Co.

Der Platzhirsch Wärmepumpe wird zwar als innovative Lösung zur CO2-neutralen Wärmegewinnung angepriesen. Dabei wird oft außer Acht gelassen, dass sowohl Anschaffung als auch Wartung der Wärmepumpe sehr kostenintensiv sein können. Entscheidend für die Hauskäufer als Eigennutzer sind aber die Gesamtkosten aus Kauf, Wartung und Betrieb (TCO). Für Lösungsanbieter und Hersteller von Erneuerbare-Energie-Systemen ist es also wichtiger denn je, auch auf andere, langfristig günstige Methoden zu setzen – und damit auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Eine Lösung zur CO2-neutralen Wärmeerzeugung in einem hochgedämmten Gebäude ist zum Beispiel die Infrarotheizung. Diese ist sowohl in der Anschaffung und beim Einbau als auch in der Wartung deutlich günstiger als die Wärmepumpe und kann mittels der eigenen Solaranlage mit entsprechenden Speichern mit einem hohen Autarkieanteil betrieben werden. Um energieeffizienten Wohnraum bezahlbar und attraktiv für den Nutzer zu machen, muss also immer die optimale Lösung im Hinblick auf die TCO gefunden werden. Dabei sollten auch mal neue, mutige und pragmatische Wege gegangen werden. Nur so kann die Wohnungsnot, die eines der zentralen Herausforderungen unserer gegenwärtigen Zeit ist, schrittweise gelöst werden.
Stefan Demske ist CEO CR Energy, einer Investmentgesellschaft, die in innovative und wachstumsstarke Beteiligungen investiert. CR Energy investiert in drei Megatrends: Energiewende; preisgünstiger Wohnraum für alle; Vermögensbildung für breite Bevölkerungsgruppen.

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