Positiver Auftakt für Dividendenjäger

Werner W. Rehmet, MyDividends
Werner W. Rehmet / Bild: MyDividends
In einem volatilen Aktienumfeld haben die ersten DAX-Konzerne ihre Dividendenpläne für das kommende Jahr präsentiert. Diese fallen vielversprechend aus. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob 2023 ein erfolgreicher Jahrgang für Dividendenjäger wird.

Siemens will die Dividende das dritte Jahr in Folge erhöhen

Die Siemens-Zentrale am Wittelsbacherplatz in München: Der Konzern will seine Dividende deutlich erhöhen.
Der Industriekonzern Siemens will eine Dividende in Höhe von 4,70 Euro je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr ausschütten, wie der DAX-Konzern am 16. November mitteilte. Damit wird die Ausschüttung um 10,6 Prozent erhöht. Es ist die dritte jährliche Dividendenanhebung in Folge. Die Hauptversammlung findet am 8. Februar 2024 in München statt. Im Gesamtjahr 2023 lag der Gewinn nach Steuern mit 8,5 Mrd. Euro 94 % über dem Vorjahreswert (4,4 Mrd. Euro). Die Umsatzerlöse kletterten um 8 Prozent auf 77,8 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Basis nahmen die Umsatzerlöse um 11 Prozent zu. Siemens erwartet, dass die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2024 auf vergleichbarer Basis (bereinigt um Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte) in einer Bandbreite von 4 bis 8 Prozent anwachsen. Dabei soll ein Ergebnis je Aktie von 10,40 Euro bis 11,00 Euro erreicht werden, gegenüber 9,93 Euro im Geschäftsjahr 2023.

Weitere DAX-Konzerne planen Anhebung der Dividende

Auch Infineon Technologies will die Dividende erhöhen. Für das am 30. September 2023 abgelaufene Geschäftsjahr 2023 soll eine Dividende in Höhe von 0,35 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, wie der DAX-Konzern Mitte November mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr (0,32 Euro) ist dies eine Steigerung um knapp 9,4 Prozent. Die Hauptversammlung findet am 23. Februar 2024 statt. Der Umsatz von Deutschlands größtem Halbleiterhersteller stieg im Gesamtjahr 2023 um 15 Prozent von 14,22 Mrd. Euro auf 16,31 Mrd. Euro. Der Überschuss kletterte von 2,18 Mrd. Euro. auf 3,14 Mrd. Euro.

Wie bereits früher mitgeteilt, werden auch RWE und die Deutsche Telekom ihre Dividende anheben. RWE will die Dividende für das laufende Geschäftsjahr um 0,10 Euro auf 1,00 Euro je Aktie erhöhen. RWE bekräftigte den Ausblick für das Gesamtjahr 2023, den das Unternehmen im Juli erhöht hatte: Für das bereinigte EBITDA auf Konzernebene erwartet der Konzern mit Sitz in Essen 7,1 bis 7,7 Mrd. Euro und für das bereinigte Nettoergebnis werden 3,3 bis 3,8 Mrd. Euro prognostiziert. Die Deutsche Telekom will im kommenden Jahr eine Dividende in Höhe von 0,77 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2023 ausschütten. Für das Geschäftsjahr 2022 wurde in diesem Jahr eine Dividende in Höhe von 0,70 Euro je Aktie gezahlt. Damit soll die Dividende des DAX-Konzerns um 10 Prozent angehoben werden. Die Hauptversammlung findet am 10. April 2024 statt. Darüber hinaus plant der Vorstand, 2024 Aktienrückkäufe im Umfang von bis zu 2 Mrd. Euro umzusetzen.

Vor allem US-Werte haben eine lange Dividendenhistorie

Vor allem US-Unternehmen zeichnen sich durch eine langjährige Dividendenhistorie aus. In den letzten Wochen gab es wieder einige Anhebungen. So steigerte der amerikanische Sportartikelanbieter Nike die Quartalsdividende um 9 Prozent auf 0,37 US-Dollar. Zuvor wurden 0,34 US-Dollar ausgeschüttet. 1984 zahlten die Amerikaner noch 1 US-Cent Dividende je Quartal aus. Seitdem wurde die Ausschüttung kontinuierlich erhöht, die letzten 22 Jahre in ununterbrochener Folge (inklusive der aktuellen Anhebung). Auf das Jahr hochgerechnet werden künftig 1,48 US-Dollar ausbezahlt. Derzeit liegt die Dividendenrendite bei rund 1,4 Prozent. Die Aktie liegt an der Wall Street seit Jahresbeginn 2023 mit 9,4 % im Minus.

Auch Becton Dickinson, Emerson Electric oder McDonald’s gaben in den letzten Wochen eine Erhöhung der Dividende bekannt. Die amerikanische Schnellrestaurantkette McDonald’s meldete Anfang Oktober eine Erhöhung der vierteljährlichen Dividende um 10 Prozent oder 15 US-Cents. Seit 47 Jahren in Folge hat das Unternehmen die Dividende erhöht. Auf das Gesamtjahr gerechnet werden künftig 6,68 US-Dollar ausgeschüttet. Seit dem Jahr 1976, als der Konzern die Dividendenzahlung startete, erhöhte McDonalds jedes Jahr seine Ausschüttung. An der Börse ist die Aktie seit 1965 notiert. Im dritten Quartal (30. September) des Fiskaljahres 2023 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 6,7 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 5,9 Mrd. US-Dollar), wie am 30. Oktober berichtet wurde. Der Ertrag lag bei 2,32 Mrd. US-Dollar nach 1,98 Mrd. US-Dollar im Jahr zuvor. McDonalds betreibt in über 100 Ländern über 40.000 Restaurants. Die Restaurants werden zu rund 95 Prozent von Franchise-Nehmern geführt.

Die kommenden Monate, wenn die meisten Unternehmen ihre Jahreszahlen präsentieren, werden zeigen, ob 2023 ein guter Jahrgang für Dividenden wird. Wie wichtig Dividenden für den langfristigen Börsenerfolg sind, zeigt ein Vergleich des DAX-Kursindex (ohne Berücksichtigung von Dividenden), der aktuell bei 6.290 Punkten steht, mit dem Dax-Performance-Index (Dividenden werden reinvestiert), der bei rund 15.900 Punkten notiert.
Werner W. Rehmet ist der Gründer und Herausgeber von MyDividends. Nach seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium durchlief er mehrere Stationen bei renommierten Bankhäusern. In langjährigen Aufenthalten an der Wall Street und an wichtigen Finanzzentren wie Zürich setzte er sich intensiv mit verschiedenen Börsenthemen auseinander. Hier folgten auch erste Medienauftritte und Publikationen zu zahlreichen Börsenthemen. Seine umfangreichen Kenntnisse im Börsengeschäft führten schließlich zur Gründung der Börsenplattform MyDividends.de, die sich ausschließlich dem Thema Dividenden widmet, unter dem Motto „der Ertrag zählt“.
Hinweis: Werner W. Rehmet kann Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten und somit kann ein möglicher Interessenskonflikt bestehen.
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Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Deutsche Telekom 23,81 0,13%
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Siemens 180,54 -0,56%
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UC DAX 18.527,40 -0,34%
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Becton Dickinson Rg 208,80 -0,52%
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Emerson Electric Rg 107,10 2,00%
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McDonald's Rg 231,70 -0,96%
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