Chinas A-Aktien zwischen Rückenwind und Spekulation

Multi-Asset-Team von Nikko AM
Kein Virus, nur ein Drache / Bild: BBAG/MG
China ist bei der wirtschaftlichen Erholung von Covid-19 dem Rest der Welt voraus. Worauf kommt es bei einem Engagement in chinesischen Aktien derzeit ankommt?

Covid-19 in Asien weitgehend unter Kontrolle

  • Asien hat die Pandemie größtenteils im Griff, von einigen Infektionsherden in Indien, Indonesien und auf den Philippinen abgesehen. Zwar drohte in Singapur, Südkorea und Peking eine zweite Welle. Letztendlich hat man es aber mit einer Kombination aus Maskenzwang und Rückverfolgungen geschafft, das Virus so einzudämmen, dass sich die Wirtschaft normalisieren kann.
  • China hat seine Wirtschaft mit gezielten Anreizen, hauptsächlich für den privaten Sektor, auf der Angebotsseite angekurbelt; die Nachfrageseite hinkt immer noch hinterher. In jüngster Zeit setzten die Impulse eher bei der traditionellen Infrastruktur an, aber ohne die Kredit-Exzesse der Vergangenheit.
  • Die Nettoauswirkungen dieser Entwicklungen sind positiv – und besser als in anderen Regionen der Welt. Hardware-Technologie aus Nordasien überrascht weiterhin positiv: Sie spielt eine wichtige Rolle bei Chinas neuer Infrastruktur und stillt in Zeiten der Pandemie den Appetit der Welt auf Rechenleistung. Die ASEAN-Staaten profitieren von der verbesserten Nachfrage Chinas, aber Reisebeschränkungen belasten den überaus wichtigen Tourismussektor weiterhin.

Sprudelnder Markt für Chinas A-Aktien

  • China setzte seine Stimuli vorsichtig ein, um Spekulation am Markt zugunsten von Investitionen in die Realwirtschaft zu reduzieren. Große Mengen an Liquidität heben jedoch unweigerlich die Preise für Vermögenswerte an. Überschüssige Liquidität fließt häufig in Immobilien, aber auch in den Markt für chinesische A-Aktien.
  • In der Vergangenheit hatte China oft Probleme mit den Aktienzyklen, die durch spekulative Kapitalströme ausgelöst wurden: Im spekulativen Zuwachs lag bereits die Saat für den späteren Einbruch. Ist es diesmal anders? Wir denken schon, vor allem, weil China seine Lektionen gelernt hat und diesmal den Spekulanten voraus zu sein scheint. Der Grad der Hebelwirkung ist weit von früheren Niveaus entfernt.
  • Außerdem steuern die Behörden gegen: Anfang Juli deuteten sie an, die Margenfinanzierung genauer unter die Lupe zu nehmen, und Tage später kündigten sie an, dass sie "Unregelmäßigkeiten" an den Kapitalmärkten nicht tolerieren würden. Dies trug dazu bei, in der folgenden Woche eine 5prozentige Korrektur einzuleiten. Ideal ist es nicht, wenn Märkte mit Zuckerbrot und Peitsche geführt werden, aber die Fundamentaldaten sind stark, die Bewertungen vernünftig und ein wenig zusätzliche Liquidität ist immer willkommen.

US-chinesische Beziehungen: Retourkutschen und rote Linie

  • Die USA üben weiterhin an verschiedenen Fronten Druck auf China aus, was im schlimmsten Fall das jüngste Handelsabkommen zum Scheitern bringen könnte. Wir sind davon überzeugt, dass die USA weiterhin nahe an die rote Linie heranrücken, diese aber nicht überschreiten werden, da sowohl die Präsidenten auf beiden Seiten ein solches Abkommen benötigen.
  • Trump ist in den Umfragen abgerutscht, daher übt er als Wahlkampftaktik Druck auf China aus. Es besteht die Gefahr, dass er den Bogen in seiner Verzweiflung überspannt.
Mit einem verwalteten Vermögen von rund 205 Milliarden US-Dollar ist Nikko Asset Management (Nikko AM) einer der größten Vermögensverwalter in Asien. Das Unternehmen bietet hochwertiges aktives Fondsmanagement für eine Vielzahl von Aktien-, Renten-, Multi-Asset- und alternativen Strategien. Im passiven Segment deckt Nikko AM mehr als 20 Indizes ab und umfasst einige der größten börsennotierten Fonds (ETFs) in Asien. Nikko AM ist seit 1959 in Japan ansässig und beschäftigt in 11 Ländern rund 200 Finanzfachleute mit rund 30 Nationalitäten. Weltweit vertreiben mehr als 400 Banken, Broker, Vermögensberater und Lebensversicherer die Produkte von Nikko AM.