Adrian Fritz, 21Shares

Die Ziele von Ripple (XRP) 2025: An die Spitze?

Welche Entwicklungen bewegten den Krypto-Markt der vergangenen Woche? Worauf sollten Krypto-Enthusiasten, -Anleger und -Besitzer aktuell achten? Wir geben einen kompakten Wochenüberblick.

Adrian Fritz, 21Shares

Auf dem Weg zur Spitzenposition im digitalen Finanzsektor

Ripple ist ein Blockchain-Unternehmen für digitale Zahlungen mit Sitz in den USA und zugleich das nach Marktkapitalisierung viertgrößte Krypto-Asset – und war nun über vier Jahre in einen Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC verwickelt. Die im Dezember 2020 von der SEC eingereichte Klage stand in den letzten Jahren beispielhaft für den Stellenwert der Entscheidungen von Regulierungsbehörden für die fortschreitende Etablierung von Krypto-Produkten. Der Hauptstreitpunkt war die Frage, ob der XRP-Token von Ripple als nicht registriertes Wertpapier einzustufen ist und dessen Verkauf somit den Gesetzen entspricht. 

2023 entschied ein Gericht zunächst, dass der Verkauf von XRP an Institutionen als Wertpapierverkauf zu werten ist, während der Verkauf an normale Anleger an Börsen nicht als solcher gilt. Dennoch legte die SEC gegen den Teil des Urteils Berufung ein, der XRP nicht als Wertpapier einstufte. Der Prozess führte unter anderem zum Verhängen einer Strafzahlung von 125 Millionen Dollar gegen die Ripple Foundation – und dürfte nun ein Ende gefunden haben: Am 22. bzw. 25. März verkündete zunächst die SEC, ihre Klage endgültig einzustellen und danach Ripple, seine Berufung zurückzuziehen. 50 Millionen Dollar behält sich die SEC zwar dennoch vom Unternehmen ein, doch die größte Last sollte mit dem Ende des Prozesses von Ripple abfallen: Der Wettbewerbsnachteil durch die behördliche Einschränkung. 

Was will XRP im Jahr 2025 erreichen?

Als eine Art „Krypto-SWIFT“ war es schon seit jeher die grundsätzliche Vision von Ripple, Krypto-Technologie als Zahlungsnetzwerke für Banken anzubieten. Doch die Pläne der Ripple Foundation gehen noch weiter und wollen vor allem die schnelle Open-Source-Blockchain XRP Ledger (XRPL) attraktiver für Banken, institutionelle Investoren und große Unternehmen machen. 

Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die Identitätsüberprüfung, eine konforme Handelsplattform, Tools für die Kreditvergabe, Unterstützung für Ethereum-basierte Apps und verbesserte Möglichkeiten für den Umgang mit digitalen Vermögenswerten und Liquidität. 

Die Kernziele von Ripple für 2025

  • Compliance und Regulierung: Auf dem XRP Ledger (XRPL) sollen Institutionen die Möglichkeit erhalten, permissioned Domains zu erstellen – spezielle, zugangsbeschränkte Bereiche für regulatorisch konforme DeFi-Produkte. Ein Beispiel wäre ein tokenisierter Anleihenmarkt, der ausschließlich verifizierten Teilnehmern offensteht. Diese Funktion soll regulatorische Anforderungen erfüllen und das Vertrauen großer Finanzinstitutionen in blockchainbasierte Finanzprodukte stärken.
  • Institutionelle Kreditvergabe: Ripple plant bis zum dritten Quartal 2025 außerdem die Einführung einer direkten On-Chain-Kreditvergabe mit unterbesicherten Kreditoptionen. Diese neue Funktion wird den RLUSD-Stablecoin von Ripple sowie reale Vermögenswerte (RWAs) integrieren und ein stabileres DeFi-Ökosystem schaffen.
  • Programmierbarkeit und EVM-Kompatibilität: Die Einführung einer EVM (Ethereum Virtual Machine)-Sidechain und die Unterstützung für benutzerdefinierte Vertragserweiterungen soll es Entwicklern ermöglichen, benutzerdefinierten Code direkt an XRPL-Primitive wie Escrows oder automatisierte Market Maker (AMMs) anzuhängen, ohne auf vollständige Smart Contracts angewiesen zu sein.
  • Tokenisierung von Vermögenswerten: Ripple wird Multi-Purpose Tokens (MPTs), also Token für unterschiedliche Zwecke einführen, die sowohl für reale Vermögenswerte (RWAs) als auch für strukturierte Finanzprodukte genutzt werden können. Als sogenannte „semi-fungible Token“ unterstützen diese Token wichtige Metadaten wie beispielsweise Verfallsdaten und machen die Tokenisierung von Finanzprodukten wie Anleihen und RWAs einfacher und effizienter.
  • Liquidität und Handelslösungen: Durch die Einführung integrierter Liquiditätspools und eine Rückforderungsfunktion für Vermögenswerte, wie zum Beispiel die Rückforderung von gestohlenen Geldern, will Ripple die Funktionalität und Flexibilität des XRP-Ledgers erweitern und so das Vertrauen von institutionellen Investoren gewinnen.

XRP Ledger als Brücke für institutionelle Akzeptanz

Ripple positioniert den XRP Ledger (XRPL) als eine regulierungsfreundliche Blockchain-Plattform, die Finanzinstitutionen einen sicheren Zugang zur digitalen Vermögensverwaltung und Zahlungsabwicklung bietet. Banken, Fintech-Unternehmen und institutionelle Investoren sollen XRPL nutzen können, um digitale Vermögenswerte zu tokenisieren, Finanzprodukte zu entwickeln und grenzüberschreitende Transaktionen effizient abzuwickeln – und das im Einklang mit regulatorischen Vorgaben. Durch die Integration von Compliance-Mechanismen, Ethereum-Kompatibilität (EVM) und Tokenisierungslösungen will Ripple die institutionelle Akzeptanz fördern und gleichzeitig die langfristige Nachfrage nach XRP stärken. Ziel ist es, sich als führende Plattform für schnelle, sichere und regulatorisch konforme digitale Finanzlösungen zu etablieren.

Wachstumszahlen und zunehmende Netzwerkaktivität

Eine der aussagekräftigsten Kennzahlen für den Fortschritt von XRP ist der Anstieg der aktiven Adressen im Netzwerk – er beträgt fast 300 bis 400 Prozent in den vergangenen Monaten. Diese gesteigerte Nutzeraktivität könnte auf zukunftsgerichtete Spekulationen und eine zunehmende Nachfrage nach den neuen Funktionen des XRP-Ledgers zurückzuführen sein. Ein Faktor, der diese Entwicklung unterstützt, könnte die Reduzierung der Kontoreserven von 10 auf 1 XRP im Dezember 2024 sein, wodurch die Onboarding-Kosten deutlich gesenkt wurden.

Täglich aktive Nutzer und der Kursverlauf des XRP-Tokens seit März 2021

In Sachen Partnerschaften hat sich die Ripple Foundation nie unnötig bescheiden gezeigt und bereits im Laufe der letzten Jahre Kooperationen mit hunderten Finanzinstituten wie Santander und der Bank of America verkündet. Diese dienten vor allem zur Erforschung der Möglichkeit grenzüberschreitender Zahlungen mittels der Blockchain. Der Abschluss weiterer Kooperationen in jüngster Zeit – darunter etwa mit dem Unternehmen Meld Gold zur Repräsentation der Rohstoffe Gold und Silber als Stablecoins – trägt ebenfalls zu einer erhöhten Aktivität und Abwicklung im Netzwerk bei. Diese Partnerschaften könnten letztendlich entscheidend dabei mitspielen, XRP als bevorzugte Plattform für digitale Vermögenswerte und Finanztransaktionen zu etablieren.

Fazit – XRP auf dem Weg zur Marktführerschaft

Die ehrgeizigen Pläne von XRP für 2025 zeichnen ein Bild von einer Blockchain, die nicht nur den Anforderungen von großen Finanzinstitutionen gerecht wird, sondern auch eine führende Rolle im globalen Finanzsystem übernehmen möchte. Durch regulatorische Klarheit, innovative Finanzprodukte und die Integration in das bestehende Finanzwesen will Ripple den XRP-Ledger als bevorzugte Plattform für Banken und Unternehmen etablieren. Die zunehmende Netzwerkaktivität und die strategischen Partnerschaften deuten darauf hin, dass XRP den richtigen Weg in die Zukunft eingeschlagen hat.

Weitere detaillierte Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in der aktuellen Research Note von 21Shares.

Adrian Fritz

Adrian Fritz ist Global Head of Research und verantwortet bei 21Shares die Research-Abteilung des Krypto-ETP-Anbieters. Fritz ist zusammen mit seinem Team für die Bereitstellung von Einblicken in den Kryptomarkt zuständig, einschließlich der Bereiche DeFi, NFTs, Krypto-Infrastruktur und den Entwicklungen von Krypto im Kontext der globalen Wirtschafts- und Geopolitik. Er absolvierte ein Masterstudium an der HULT International Business School in San Francisco und begann seine Karriere als Stockbroker in New York. Bevor er zu 21Shares kam, war er unter anderem bei Signature Management Consultants SL in Barcelona und als Financial Analyst bei Cellnex Telecom in Zürich tätig.  

 

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